In den vergangenen Tagen habe ich noch die letzte Sequenzerline am Modularsystem gepatcht, eingespielt und aufgenommen. Auch der alte Minimoog sowie der Moog Voyager sind für ein paar Effektsounds „tief unter „Wasser“ eingesetzt worden.
Alle Samples sind in die SP-404SX importiert und nun direkt spielbar, parallel zur CD-Produktion bereite ich also den Livegig im Juni auch schon vor.
Das komplette Quadrophonie-Liveset ist ja auch wieder aufgebaut, um die letzten Songs aufzunehmen. Mittlerweile sind die Aufnahmen im Großen und Ganzen abgeschlossen, nur noch Kleinigkeiten, die noch nachzuarbeiten sind. Da ich den direkten fertigen Livemix in Stereo aufgenommen habe, werden jetzt werden die einzelnen Songs nur noch geschnitten, gefadet und vorgemastert. In einer Woche muss ich mit allen Arbeiten, auch dem Matering, komplett fertig sein, sonst wird das Album nicht mehr rechtzeitig zum nächsten Konzert fertig. Nun denn, ich denke mal, das alles klappt, aber die gesamte Grafik und das Booklet sind ja auch erst angefangen und noch in mitten der Mache. Zum Glück steht hier schon das gesamte Konzept, die Fotos sind bereit, Urheberrechte / Nutzungsfreigaben sind geklärt … Es wird alles ziemlich eng, aber ich bin zuversichtlich.
Gestern stand wieder den ganzen Tag das Projekt „Meeresgrund“ im Vordergrund und es wurden viele exotische Klänge erstellt und aufgenommen. Zum Tagesbeginn startete ich mit einigen Vorbereitungen, so habe ich z. B. auf die Tashia Koto zuerst zwei neue Saiten aufziehen müssen. Für dieses Projekt habe ich die Saiten in D-G-A-Bb-D gestimmt, also in Anlehnung an die Standardstimmung Hirajshi.
Als besondere Effekte kamen ein T-Rex Mudhoney Distortion-Pedal und der MXR Phase 90 zum Einsatz -mmmh.
Weiterhin sind mit dem „Blue Abyss“ von Resonance Circuits (GB) noch einige düstere Drones aufgenommen worden. Dieser 12-Bit Synthesizer ist auch klanglich ein absolutes Einzelstück, er basiert auf russischer Synthesizer-Technologie. Als Spezialeffekt wurde das „Nemesis“ Analog Reverb / Delay nachgeschaltet, ebenso ein Einzelstück von von RC.
Aktuell stecke ich mitten in der Produktion zum neuen Album „Meeresgrund“, sowie parallel an der Ausarbeitung des Liveprogramms.
Die Premiere der neuen Stücke wird am 05. Juni auf der Open Air Bühne im Rodaupark zum „World Environment Day“ sein, an dem sich auch die Stadt Rodgau beteiligt. Ebenso wird am Umwelttag die Release für die neue CD stattfinden, soweit das alles zeitlich klappt.
Zur Produktion kommen diesmal sehr viele exotische Instrumente zum Einsatz: Persephone, Omnichord, Tashia Koto, Koto Synthesizer, Mantraboxen und diverse asiatische Percussion-Instrumente.
So, die Weihnachtspause ist vorbei und nach vierwöchigem Nichtstun bin ich jetzt auch wieder voller Elan. Obwohl, „Nichtstun“ ist ein etwas unglücklich gewählter Ausdruck, schließlich habe ich ja gegessen! Natürlich auch von allem zu viel, zu süß und zu fett und Fahrradfahren bei dem Sauwetter … Irgendwie bekomme ich das Winterkilo schon wieder runter, den eigentlich wollte ich ja eher abnehmen.
Nun denn, mein defektes Yamaha Digitalpult wurde demontiert, Erweiterungskarten entfernt und die Meterbridge abgeschraubt. Es wird jetzt als defekt verkauft, Motorfader und Display sind noch super, leider hat das Netzteil eine Macke. Also, Interessenten, für € 250 könnt ihr es gerne hier abholen und mitnehmen, verschicken werde ich es nicht.
Endlich, nach neun Monaten, wurde der neue Studiorechner angeschlossen und eingerichtet. Das wurde ja auch mal Zeit, aber wenn man ständig am arbeiten ist, kann man das Herz des Studios nicht so einfach mal schnell herausreißen. Hatte zum Glück kompetente Hilfe von einem guten Freund, alleine bin ich da immer etwas unbeholfen.
Provisorisch wurde am Samstag alles umgesteckt, so das ich vorübergehend mit nur einem Pult weitarbeiten kann.
Ein gebrauchtes Ersatzpult war am Sonntag schnell besorgt, es wurde hier ganz in der Nähe zum Verkauf angeboten -Tschakka!
Dann wieder benötigten Karten einbauen (Kaskade, Adat, AES/EBU) und die Meterbridge wieder anschrauben. Das ist beim 02R wirklich gut gelöst, das geht alles recht schnell.
In meiner Modularecke habe ich einen zusätzlichen kleinen Tisch platziert, um noch weitere Geräte aufbauen zu können. Das alte Bandecho (WEM Copycat IC300) stammt von 1975 und hat einen ganz besonderen Charme. Ebenso kam der CG-1 Ringmodulator von Christian Guenther mal wieder zum Einsatz -ein ganz tolles Gerät.
Am Dienstag konnte ich dann endlich wieder aktiv mit der Musikproduktion loslegen. Derzeit bin ich in den Vorbereitungen und dabei, mehrere neue Sequenzen und Sounds zu erstellen. Dabei läuft einiges parallel, denn teilweise sind die neuen Sounds für das neue Album von THAU „Humano:Id, aber auch für das Projekt „Meeresgrund“, das gerade auf eine Konzertlänge (= ca.80 Minuten) erweitert wird, sowie das neue Projekt „Transmitter“ (im Sender des Hessischen Rundfunks).
Infos über mein neues Projekt „Transmitter 594 kHz“ folgen in Kürze, da stecke ich noch mitten in den Vorbereitungen. Nur so viel sei schon verraten, es wird ein musikalisches Denkmal gesetzt.
Ich habe über sieben Monate gebraucht um diese Rezension zu schreiben. Zum Glück.
Sieben Monate! Dabei war mir schon relativ früh klar, welche Assoziation Thaus Elektra in mir auslöste: Ausdrucksstarke Bilder. Aber wie sollte ich das Offensichtliche beschreiben? Und dann kam mir ein Buch zu Hilfe, das 1968, mitten hinein in die deutschen Studentenunruhen, veröffentlicht wurde.
Siggi Jespen scheint die Hauptfigur in Siegfried Lenz Buch „Deutschstunde“ zu sein. Aber über weite Strecken übernimmt, meiner Meinung nach, die Emil Nolde nachempfundene Figur des Malers Max Ludwig Nansen die Leitung im Roman. Und tatsächlich werden Nansens Bilder die letztlich alles zusammenhaltende Hauptfigur im Buch. Zumindest für mich, der ich das Buch viele Male gelesen habe. Freiwillig. In meiner Schule las man damals so was nicht. Die meisten Schüler wären über die erste Seite nicht hinaus gekommen. Sie hätten diese erste Seite von „Deutschstunde“ als unüberwindbare Herausforderung angesehen, und folgerichtig nicht gemeistert.
Noldes Bilder (und damit die der Romanfigur Max Ludwig Nansen) sind Bilder des Expressionismus. Sie sind deutlich im Ausdruck, stark in den Farben, und orientieren sich (vordergründig) nicht an der Natur als Motiv. Tatsächlich werden sowohl die überzeichneten Formen, als auch die zuweilen kräftigen, und ungewöhnlich zusammengestellten Farben, ein besserer Ausdruck der Natur des Dargestellten als es jedes hyper-realistische Bild, sei es gemalt oder fotomechanisch entstanden, leisten könnte. Womit wir bei Elektra sind.
Ach, Elektra. Die Wikipedia bietet reichlich Begriffserklärungen zu Electra (bzw. Elektra) an, von der Carmen nur eine ist, die bei mir hängen geblieben ist. Zusammenfassend lässt sich sagen, Elektra umgibt Mystik, Tragik, und natürlich auch Auflehnung. Autos, Flugzeuge, Schiffe und Kaffeemaschinen tragen den Namen, und wollen auf diese Weise etwas von dem Glanz des Namens auf sich ziehen.
Wie lässt sich von einer so wenig fassbaren, und trotzdem schillernden Figur ein Bild malen? Zumal ein akustisches Bild? Natürlich mit den Mitteln des Expressionismus. Und so erklärt sich mir, wie sich Thaus Elektra seit dem ersten Hören vor bald einem Jahr in meinen Kopf festgesetzt hat. Jeder Track entstand unter „Livebedingungen“, also in einem Stück eingespielt, und behält so seine eigene Lebendigkeit. Auch sind die Stücke nicht völlig durchkomponiert, sondern das Ergebnis einer fruchtbaren Zusammenarbeit zweier erfahrener Musiker, die aufeinander eingespielt sich einem Thema akustisch nähern. Die Namen der Titel, z. B. The Timekeeper oder Die Eisststadt, und die Bilder auf der CD-Hülle, die übrigens in der altehrwürdigen Air-Brush-Technik von Bernd-Michael Land geschaffen wurden, tun ihr übriges hinzu den Zuhörer ins Kopfkino zu entführen.
Das Album Elektra wäre allerdings als Soundtrack für einen Film ungeeignet. Es hat weder Motiv, noch Themen oder Melodien. Allenfalls wiedererkennbare Figuren sind enthalten, die aber nicht mal über die Grenzen der Stücke hinweg überleben. Aber, (ich wechsle mal wieder zurück zum fiktiven Maler Max Ludwig Nansen) sie geben dem Motiv des Albums Kontur. Und Kontur braucht ein expressionistisches Werk, wenn es nicht im formlosen Durcheinander der Farben zur reinen Beliebigkeit werden will. Expressionismus braucht ein Motiv. Und das ist bei dem vorliegenden Album der Titel: Elektra.
Entstanden in Bernd Michael Lands Alien-Studio, bekannt für seine ebenso umfangreiche wie qualitativ edle Instrumentenpalette, ist das Album nicht nur ein Hörgenuss, sondern kann auch als Inspirationsquelle für neue Klänge und sorgfältige Produktionsmethoden gelten. Alles das zeigt, was in der Szene machbar ist.
Am Ende bleibt, Thaus Elektra ist nicht zu fassen. Man kann sie nicht konsumieren, und im Anschluss zum nächsten Werk übergehen. Am Ende bleibt mir die Gewissheit, auch ich bin über die erste Seite nicht hinausgekommen. Ich muss es noch mal versuchen. Und darin liegt eine große Qualität in dem Album: Denn ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Versuch.
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