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          HAUPTMENÜ - ALIENS - PROJECT..

04 Juli 2026 17:41

SynxsS Studio News #402 -und es gibt noch soooo viel zu tun.

Hallo Freunde und Fans!

Die vergangenen Monate sind wieder einmal wie im Flug vergangen – und ehe man sich versieht,
ist bereits ein halbes Jahr vorbei.
Ich habe in der Zeit sehr viel bewegt und konnte das Projekt „JUICE“ komplett abschließen.

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt allerdings.
In der Vergangenheit haben sich verschiedene Kollegen wiederholt sehr deutlich an meinen kreativen Ideen orientiert
und teilweise wurden sogar meine Albumtitel nahezu unverändert übernommen.
Aus diesem Grund werde ich über zukünftige Projekte erst nach deren Veröffentlichung ausführlicher berichten.
Sobald die Werke erschienen, bei der GEMA registriert und in der Deutschen Nationalbibliothek archiviert sind,
werde ich wie gewohnt Einblicke in ihre Entstehung geben.
Ich hoffe auf Verständnis.
Man fragt sich dabei schon, warum manche Kollegen nicht genügend eigene Ideen entwickeln können.

So, jetzt mal wieder einen Blick in das Studiotagbuch.
Auf meinem aktuellen Album „JUICE – Reise zum Jupiter“ kam unter anderem der Eowave Persephone MK II zum Einsatz.
Dieser Ribbon-Synthesizer gehört zu den wenigen Instrumenten in meinem Studio, die ich zwar nicht ständig verwende,
von denen ich mich aber dennoch nur schwer trennen könnte.
Immer wieder überlege ich, ihn zu verkaufen – doch jedes Mal komme ich zu dem Schluss, dass er mir fehlen würde.
Eine wirklich überzeugende Alternative habe ich bislang jedenfalls noch nicht gefunden.

Dauerschleife: Ärger bei Reparaturen.

Nach einer längeren Odyssee rund um die Reparatur meines Sony TC-D5 läuft das Gerät nun endlich wieder einwandfrei.
Zunächst hatte ich es über einen HiFi-Händler in Offenbach instand setzen lassen wollen.
Nach mehreren Monaten Wartezeit musste ich es jedoch letztlich unrepariert wieder abholen.
Über das Tonbandforum erhielt ich schließlich den Hinweis auf einen echten Spezialisten,
der sich ausschließlich mit diesen Sony-Kassettenrecordern beschäftigt.
Er verfügt nicht nur über die notwendige Erfahrung, sondern auch über ein umfangreiches Ersatzteillager.
Das Ergebnis war eine erstklassige Reparatur zu einem ausgesprochen fairen Preis.

Lieblingsmaschine.

Ein weiterer wichtiger Klangbaustein auf „JUICE – Reise zum Jupiter“ war der Moog Modular Model 15.
Dieser seltene Vintage-Synthesizer ist auf nahezu jedem Stück zu hören und überzeugt mich immer wieder mit seinem
außergewöhnlich druckvollen und lebendigen Klang.
Er macht besonders zusammen mit dem Wellspring Federhall eine sehr gute Figur.

Das neue Album ist da!

Bernd-Michael Land „JUICE“
„Reise zum Jupiter“

Die Musik von „JUICE“ (JUpiter ICy moons Explorer) basiert auf wissenschaftlichen Daten der gleichnamigen Raumfahrtmission und
interpretiert diese in Form einer elektronischen Klangexpedition.
Statt vorhandenen Samples, wurde hier kreative Sonifikation eingesetzt:
Planetare Messwerte steuern musikalische Parameter wie Tempo, Stereobewegung
und Tonhöhen. Analoge Synthesizer erzeugen dabei Klangstrukturen, die Prozesse wie Magnetfelder, Plasmawellen oder atmosphärische
Veränderungen im Jupitersystem hörbar machen.
Das Album entwickelt sich bewusst langsam und atmosphärisch – inspiriert von der langen Reise der Mission durch das äußere Sonnensystem.
Die Arbeit verbindet analoge Synthesizer, experimentelle Strukturen und konzeptionelle Klangkunst.

Audio-CD, ca. 74 Minuten Spielzeit
28-seitiges Booklet
Label: Elektro-Kartell-Recordings LC10807
Bestell-Nr. EKCD027

Kann man auch kaufen: € 15,00
Bestellung im Shop

Aus den Medien.

Auch in der Presse gab es erfreuliche Entwicklungen.
Kurz nach dem umfangreichen, fast ganz seitigen, Artikel in der Offenbach-Post über „JUICE“ meldete sich das Darmstädter Echo.
Es entstand zunächst ein Fotoshooting vor dem Gebäude der ESA, dem anschließend ein ausführliches Interview mit Emil Dröll folgte.
Das Ergebnis war ein weiterer großer Artikel, der sich über nahezu eine ganze Zeitungsseite erstreckte.

Das Album „JUICE“ erhielt medial sehr viele positive Rezensionen, was mich sehr gefreut hat.
(Nachzulesen in der Presse)

Happy Knobbing Modular Meeting -20 Jahre

Was hab ich da 2006 nur angefangen …
Natürlich durfte auch das diesjährige Happy Knobbing Modular Meeting in Fischbach nicht auf meiner Eventliste fehlen.
Diesmal hatte ich jedoch lediglich die linke Hälfte meines Noise-Racks dabei.

Mein großer Transporter ist weg und mehr ließ sich in meinem kleinen Cabrio schlicht nicht unterbringen.
Nach den umfangreichen Setups der vergangenen Jahre durfte es dieses Mal gerne etwas kompakter ausfallen.
Es war mal wieder ein schönes relaxtes Meeting mit sehr netten Menschen und tollen Maschinen.

Zurück zum Studio.

Hier ist ja schon seit längerem ein deutlicher Wandel zu beobachten.
Die klassischen 19-Zoll-Rackeffekte werden zunehmend durch kompakte Desktop- und Pedalgeräte ersetzt.
Dank moderner DSP-Technologie stehen die kleinen Geräte den früheren „großen Kisten“ klanglich in nichts mehr nach.
Besonders begeistert haben mich aktuell das Meris LVX und Mercury X, der Erica Synths Echolocator sowie das
Strymon Big Sky oder der Eventide H-90. Die heute verfügbare Rechenleistung ist vergleichsweise günstig geworden.
Im direkten Vergleich geraten selbst hochwertige Effektgeräte, die vor mehr als zwanzig Jahren entwickelt wurden, inzwischen
deutlich ins Hintertreffen.

Klangforschung

Derzeit entstehen wieder zahlreiche Klänge und Klangexperimente für kommende neue Projekte.
Besonders inspirierend ist dabei die Kombination der beiden Ciat-Lonbarde-Instrumente Tocante Phashi und Thyris mit dem
SOMA Cosmos als Looper sowie einem hochwertigen Delay wie dem Meris LVX.

Aus dieser Konstellation entstehen faszinierende Klanglandschaften, die immer wieder neue musikalische Ideen hervorbringen
und die Arbeit damit macht einfach großen Spaß.
Parallel dazu sind mit dem Macbeth M3X bereits mehrere äußerst druckvolle Bass-Drones für ein weiteres Projekt entstanden.
Die Experimente reichen vom Einsatz symphonischer Gongs bis hin zu Tapeschleifen.
Alles kann und alles darf, das ist ein bisschen wie früher.

Aktuelle Arbeiten.

Das aktuelle Projekt „Fundament“ versteht sich als audiovisuelle Untersuchung von Raum, Glaube und seismischer Erinnerung.

Die aufwändigen Aufnahmen entstanden mit Geophonen und binaural in der Frankfurter Paulskirche.

Weitere Informationen zu diesem Projekt finden sich hier:
Fundament -Das Projekt

Die aus den stenografischen Aufzeichnungen der Originalreden der Volksversammlung in der Frankfurter Paulskirche aus dem Jahr 1848
extrahierten Texte wurden jüngst eingesprochen.
Die Aufnahmen erfolgten in Stereo mit einem Mikrofonpaar des Typs Shure SM58 und wurden direkt auf eine analoge Tonbandkassette
aufgezeichnet.
Das resultierende Klangbild weist eine deutlich wahrnehmbare „Vintage“-Charakteristik auf, die in besonderer Weise mit dem
historischen Ursprung des Materials korrespondiert und dessen atmosphärische Wirkung zusätzlich unterstreicht.

Im Anschluss wurde die Kompaktkassette in einem Loopman 2 von Error Instruments wiedergegeben, einem Gerät, das eine
spannungsgesteuerte (CV) Manipulation der Bandgeschwindigkeit ermöglicht. Die Steuerung dieser Parameter erfolgte über einen
Joystick, wodurch eine performative, unmittelbar gesteuerte Modulation des Audiomaterials möglich wurde.

Die weiterverarbeitete Aufnahme wurde anschließend durch verschiedene Effektprozessoren bearbeitet.
Zum Einsatz kamen unter anderem ein Ringmodulator, ein Bitcrusher, Delay und Reverb, ergänzt durch weitere klangverändernde
Effekte. Diese Bearbeitung diente der gezielten Transformation des ursprünglichen Materials in eine klanglich abstrahierte,
zugleich jedoch historisch konnotierte Klangästhetik.

Diese Sprachaufnahmen werden anschließend mit klanglichen Effekten bearbeitet und in die Raumaufnahmen integriert, sodass eine
akustisch wie räumlich verdichtete Gesamtkomposition entsteht.

Das nächste Album.

Ja, seit Januar befindet sich bereits ein neues Album in der Entstehungsphase.
Die kompositorische Arbeit sowie das gesamte Sounddesign sind inzwischen vollständig abgeschlossen.
Auch die musikalische Produktion ist bereits weit fortgeschritten: Etwa 75 % der Stücke sind bereits eingespielt und aufgenommen worden.
In den verbleibenden Tracks fehlen derzeit lediglich einige feinere klangliche Details sowie einzelne Solopassagen, die im weiteren Verlauf
ergänzt werden sollen, um das klangliche Gesamtbild abzurunden.

Parallel zur musikalischen Arbeit wurde im März mit der Gestaltung des Booklets begonnen, sodass auch die visuelle und konzeptionelle
Rahmung des Albums bereits Form annimmt.
Das CD-Cover ist seit April ebenfalls fertiggestellt und liegt in finaler Version vor.
Der Albumtitel und die Covergestaltung werden jedoch weiterhin bewusst zurückgehalten und zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht veröffentlicht.

Back Roots.

Wie bereits angekündigt, habe ich mit der Restaurierung der alten Tapes begonnen.
Es handelt sich um über fünfzig Jahre alte Tondokumente auf Kompaktkassetten aus dem Zeitraum zwischen September 1969 und Juni 1970.
Erfreulicherweise befinden sich die Tapes noch in einem gut abspielbaren Zustand und könnten im Studio digital aufbereitet / remastert werden.

Ich verstehe dieses Material weniger als ein „neues Album“ im klassischen Sinn, sondern vielmehr als ein historisches Zeitdokument
aus meinen frühen Experimenten mit Bandschleifen (Tape Music). Die damalige Arbeitsweise war stark von technischen Einschränkungen
geprägt und gerade dadurch ästhetisch definiert.
Das Instrumentarium bestand im Wesentlichen aus einem Theremin, einer Transistororgel sowie 3-4 einfachen Bandmaschinen aus dem
Consumerbereich, die als zentrale klanggenerierende und -verarbeitende Elemente dienten.

Ergänzt wurde dieses Setup durch unzählige Field Recordings aus alltäglichen Umgebungen, das reichte von der Besteckschublade in
der Küche bis hin zu verschiedensten aufgenommenen Alltagsgeräuschen. Danach wurden die Aufnahmen gedoppelt, Geschwindigkeiten
verändert, rückwärts abgespielt und vieles mehr
Diese Klangquellen wurden nicht dokumentarisch, sondern bewusst als Rohmaterial für musikalische Strukturierungen und Experimente
verwendet.

Was damals häufig als „Krach“ wahrgenommen wurde, lässt sich aus heutiger Perspektive deutlich anders einordnen.
Im Kontext aktueller Hörgewohnheiten und ästhetischer Kategorien bewegen sich diese Aufnahmen zwischen Drone und Noise.
Sie erscheinen damit weniger als bloße Störung denn als frühe Form einer bewusst strukturierten Klangforschung.

Ich kann nicht einschätzen, ob sich heute noch Jemand dafür interessieren würde und ob eine aufwändige CD-Produktion lohnenswert
wäre.

Nun denn, demnächst mehr an dieser Stelle.

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