
Nach der phantastischen letzten Documenta #12, die vom 16.06. bis 23.09.2007 stattgefunden hatte, war die aktuelle Documenta #13 eine herbe Enttäuschung.
Auf der letzten Documenta waren Taschen jeder Art in den Ausstellungsräumen strengstens verboten und es waren ausdrücklich NUR Rucksäcke erlaubt. Also haben wir natürlich in diesem Jahr unseren Kleinkram, den man immer so gerne bei sich haben möchte, gleich in zwei kleine Rucksäcke verstaut. Wir waren voller Begeisterung, als wir dann am Eingang erfuhren, das die Rucksäcke diesmal verboten sind, kleinere Taschen jedoch nicht. D. h. dann vor jeder Halle erstmal anstellen, Rucksäcke abgeben, danach wieder anstellen und abholen -einfach herrlich!
Was vorher geballt in mehreren Hallen und Zelten hintereinander bequem anzuschauen war, wurde diesmal sehr großflächig im ganzen Park verteilt. Möchte man hier alle Objekte besuchen, muß man schon mal einen Fußmarsch von mindestens 5-7 km einplanen und da war man noch nicht mal in den anderen Ausstellungen, die ebenso weitläufig in der ganzen Stadt verteilt sind.
Wir haben den riesigen Park auch nur mit der Unterstützung einer Rickscha geschafft (Dank nochmals an Lothar, dessen Waden danach ein wenig dicker waren).
Uns war es somit unmöglich, Prioritäten zu setzen und zumindest die wichtigsten Sachen an einem Tag anzuschauen.
Leider war auch die gebotene Qualität der Kunstobjekte auf eher niedrigem Niveau. Es gab leider nur wenig innovative und interessante Kunst zu sehen, sieht man mal von ein paar wenigen Highlights ab. Einige Klangkunst-Objekte waren vertreten, kamen jedoch eher mittelmäßig an. Das ist alles irgendwie schon mal dagewesen, aber oft ergreifender und packender.
Es wurden u. a. mehrere Objekte aus Schrott präsentiert, aber dafür kann ich auch in den Offenbacher Hafen gehen und muß nicht extra nach Kassel fahren. Einige Bilder waren wirklich sehr faszinierend, während mich andere Gemälde eher an „Malen nach Zahlen“ eines Fünfjährigen erinnerten.
Alles in Allem war die Documenta #13 für uns ein ziemlicher Flop.



















Ach ja, kleiner Nachtrag.
Die liebe Bahn AG hat als Hauptsponsor für die Documenta natürlich Sonderkarten bereitgestellt. Ein 2. Klasse-Ticket kostet nur € 39,00 und für die 1. Klasse löhnt man nur schlappe € 59,00 (Hin und zurück, innerhalb 300km von Kassel, ohne Platzreservierung).
Alles eigentlich ganz schön, das man diese Karten aber nicht online buchen kann, ist ein schwaches Bild, man muß also extra zum Bahnhof hin oder zur nächsten Bahn-Agentur.
Oki, wir natürlich 1. Klasse gebucht, wollten dabei auch schön lecker und relaxed im Zug frühstücken und bereits die Fahrt nach Kassel etwas genießen. Mit O-Saft, Gläschen Sekt, Käffchen und ausgiebigem Frühstück, kann so ein Tag ganz angenehm beginnen. Schließlich sind unsere Urlaubstage fast gezählt.
Leider ist in unserem Zug das „Bordrestaurant“ irgendwie komplett „vergessen“ worden. Vielleicht haben sie ihn ja auch „verloren“?
Es gab zwar einen mobilen Versorgungswagen, mit dem jemand den Gang langgeschlurft ist, aber der kam leider nicht mehr bis zu uns, weil bereits lange vorher schon der Kaffee alle war.
Nun denn, da mußte der Baum eben zum Hund um sich wenigstens einen Tee und ein Stück Vollkornbrot abzugreifen.
Dort, an dem Serviceabteil angekommen, saßen dann 7 Serviceleute und haben sich sehr nett unterhalten, statt den Fahrgästen mal einen Saft oder Tee anzubieten. Ich sagt nur schwaches Bild und Servicewüste Deutschland.
Die Rückfahrt war ebenso spannend. Unser ICE ist wegen einem Defekt ausgefallen und es gab einen Ersatzzug. „Die Wagen der ersten Klasse befinden sich in C und F“ tönte aus mehrfach aus den Bahnhofslautsprechern.
Wir also bei C eingestiegen, allerdings war das nur ein halber Wagen und der war auch noch komplett voll. Durchgegen in den anderen war auch nicht möglich, denn dazwischen hatten die Schlaumeier noch eine Lok reingebastelt. Also gings wieder ab in die zweite Klasse, ist ja besser als nix. Ich werde die Bahn AG mal für den Comedy-Preis vorschlagen!
Resumee: Fahr mit der Bahn, nimms mit Humor und freue dich, wenn du zumindest 50% der gebotenen Leistung bekommst.
