{"id":30802,"date":"2015-10-02T14:20:15","date_gmt":"2015-10-02T13:20:15","guid":{"rendered":"http:\/\/aliens-project.de\/blog\/?p=30802"},"modified":"2015-10-02T22:22:42","modified_gmt":"2015-10-02T21:22:42","slug":"thau-elektra-rezension-von-udo-langner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aliens-project.de\/blog\/2015\/10\/02\/thau-elektra-rezension-von-udo-langner\/","title":{"rendered":"THAU Elektra -Rezension von Udo Langner"},"content":{"rendered":"<p><strong>THAU \u2013 Elektra<\/strong><br \/>\nIm Zusammenhang mit elektronischer Musik wird oft die \u201eBerliner Schule\u201c und der \u201eD\u00fcsseldorfer Style\u201c erw\u00e4hnt, galten diese beiden St\u00e4dte neben M\u00fcnchen doch als Ursprung der elektronischen Musik schlecht hin.<br \/>\nUnd so verwundert es nicht, dass in der \u00fcber vierzig j\u00e4hrigen Entwicklung dieser Musik immer wieder Bezug auf die wohl bekannten Muster und Strukturen genommen wird.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/thau-music.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/2015-ELEKTRA-A.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"546\" data-permalink=\"https:\/\/aliens-project.de\/blog\/2008\/03\/01\/neues-toy-jen-sx1000\/attachment\/546\/\" data-orig-file=\"https:\/\/aliens-project.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/08-03-jen-sx100065.jpg\" data-orig-size=\"624,1544\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"[]\" data-image-title=\"\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/aliens-project.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/08-03-jen-sx100065.jpg\" class=\"alignnone size-large wp-image-546\" src=\"http:\/\/thau-music.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/2015-ELEKTRA-A-1024x926.jpg\" alt=\"2015 ELEKTRA A\" width=\"474\" height=\"429\" \/><\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr viele v\u00f6llig unbekannt, werkelte aber bereits Ende der 60er Jahre Bernd Michael Land an seinen Synthesizern, w\u00e4hrend ein viel zitierter Klaus Schulze noch den \u201eDrumsticks\u201c verschrieben war.<br \/>\nNach dieser ersten elektronischen Phase unterlag auch er erst einmal dem Trend des \u201eKrautrocks\u201c, um sp\u00e4ter wieder der Faszination der \u201eelektronischen\u201c Kl\u00e4nge zu unterliegen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Bernd-Michael liebt Kl\u00e4nge und deren emotionale Wirkung, weshalb er sich selber mehr als Klangk\u00fcnstler und Sounddesigner versteht. Die fr\u00fche elektronische Musik und der damit verbundene Trend zu Improvisationen war und ist f\u00fcr ihn nicht alleiniger Ausdruck des Genius der K\u00fcnstler dieser Zeit, sondern vielmehr den technischen Beschr\u00e4nkungen der damaligen Instrumente geschuldet.<br \/>\nNeugierde und Vielseitigkeit pr\u00e4gten den weiteren Weg von Bernd Michael, dessen Discographie Seiten f\u00fcllen k\u00f6nnte. Neben unz\u00e4hligen Kompositionen f\u00fcr Film- und TV-Produktionen gesellten sich Projekte aller m\u00f6glichen Stilrichtungen, bis hin zu Techno f\u00fcr die Frankfurter Szene und dem auch in der Elektronikszene wohl bekannten \u201eAliens Project\u201c. Klangexperimente mit Multikanalsystemen f\u00fchren Bernds Kl\u00e4nge auch bei Liveauftritten in neue Dimensionen.<br \/>\nDoch das ist nur der eine Teil von THAU.<br \/>\nFrank Tischer, Komponist, Pianist, Keyboarder und S\u00e4nger ist Vollblut-Profi-Musiker mit klassischer Klavierausbildung. Frank verf\u00fcgt \u00fcber eine eindrucksvolle Vita, er arbeitete u. a. mit Miller Anderson Band, Spencer Davis Group, Richie Blackmore, Hamburg Blues Band, Helge Schneider, Andi Y, Sascha, Bobbin\u2018 B, Chris Farlowe, Pete York, Richie Havens, Champion Jack Dupree, um nur einige zu nennen, was seine Vielseitigkeit unterstreicht.<br \/>\nBereits legend\u00e4r sind seine Galaxos-Konzerte mit Synthesizer und Piano im Radom auf der Wasserkuppe, einer ehemaligen Radarkuppel auf dem h\u00f6chsten Berg Hessens.<br \/>\nBei dem gemeinsamen Projekt THAU improvisiert Tischer virtuos auf dem Piano und spielt seine Soli auf verschiedenen Synthesizern. Dort, wo es technisch m\u00f6glich ist, wird sogar ein echter Konzertfl\u00fcgel eingesetzt, microfoniert und \u00fcber Effekte wiedergegeben.<br \/>\nLand steuert seine lebendigen Atmos, Pads und Sequenzerlines bei und spielt das Continuum Fingerboard dazu.<br \/>\nNachdem ich via \u201eyoutube\u201c erstmals das Video \u201eThe Timekeeper\u201c von THAU gesehen hatte, lies mich die Musik nicht mehr los. Schnell fand ich heraus, dass der Song dem neuen Album \u201eElektra\u201c von THAU entstammte und somit musste ich das Album haben.<br \/>\nTHAU \u00f6ffnet neue musikalische T\u00fcren ohne die dahinter liegende Tradition dieses Genres zu verleugnen oder zu zerst\u00f6ren. Frank Tischer selber sagte in Interviews, dass man \u201eBerliner Schule\u201c mit neuen Stilelementen und technischen M\u00f6glichkeiten fortsetzen wollte. Dies ist meiner Meinung nach aber zu bescheiden und flach ausgedr\u00fcckt. Denn THAU ist n\u00e4mlich nicht eines der vielen \u201eBerliner Schule Retroprojekte\u201c, wie sie in den letzten Jahren immer h\u00e4ufiger auftauchen. Keinesfalls m\u00f6chte ich \u201eElektra\u201c in irgendeine der immer so schnell gez\u00fcckten \u201eSchubladen\u201c pressen., dies w\u00fcrde der Musik nicht gerecht.<br \/>\nElektra ist eher eine fantastische emotionale Erfahrung f\u00fcr den Musikliebhaber, welcher bereit ist sich fallen zu lassen und der Musik hinzugeben. Klangmalereien von unfassbarer zeitloser Sch\u00f6nheit, wechseln sich ab mit pulsierenden Sequenzen ab und bilden ein Klangbad, dem man sich gerne hingibt. Die Reise f\u00fchrt dabei durch 8 ausdrucksstarke und emotional feinf\u00fchlige Musikst\u00fccke, welche an keiner Stelle das Bed\u00fcrfnis aufkommen lassen, auch nur einen Titel zu \u201eskippen\u201c oder nur oberfl\u00e4chlich hinzuh\u00f6ren. Einmal in den Kl\u00e4ngen gefangen, l\u00e4sst einen die Musik nicht mehr los.<br \/>\nDas s\u00e4mtliche St\u00fccke im Rahmen von Studio-Sessions live eingespielt worden sind, mag f\u00fcr den H\u00f6rer erst einmal unwichtig erscheinen. Allerdings f\u00f6rdert diese Produktionsweise den authentischen Eindruck der Musik \u2013 bei Land \/ Tischer sitzt man also als H\u00f6rer in der ersten Reihe.<br \/>\nAn dieser Stellt m\u00f6chte ich bewusst auf eine Beschreibung a la \u201eda perlt die Sequenz wie bei\u2026\u201c oder \u201e das Solo erinnert an\u201c verzichten. Bernd und Frank liefern hier ein wunderbares Werk ab, welches nur als v\u00f6llig eigenst\u00e4ndig umschrieben werden kann. Der Spannungsbogen des Albums sowie der einzelnen St\u00fccke fesselt den H\u00f6rer gespannt an die Musik, welche in keine Schublade passt \u2013 au\u00dfer der mit guter Musik.<br \/>\nSo schafft es \u201eElektra\u201c in meine pers\u00f6nlichen Top Ten meiner Lieblingsalben, womit dem Werk von Bernd Michael Land und Frank Tischer wohl das Schicksal der meisten Alben in Plattensammlungen erspart bleibt, n\u00e4mlich dem, nach dem ersten H\u00f6ren f\u00fcr Jahre ins Regal zu verschwinden. Letztendlich kann ich dieses Meisterwerk jedem Musikliebhaber w\u00e4rmstens empfehlen \u2013 auch denen, welche die \u201eBerliner Schule\u201c favorisieren.<br \/>\nDass sich Bernd Michael nicht nur den Kl\u00e4ngen, sondern auch dem Klang verschrieben hat, bemerkt der anspruchsvolle Konsument sofort. Mich als High Ender konnte das Album auch in klanglicher Hinsicht \u00fcberzeugen.<br \/>\nMein Dank gilt Bernd Michael Land, welcher geduldig meine neugierigen Fragen Rede und Antwort stand und zusammen mit Frank Tischer mein musikalisches Leben bereichert hat.<br \/>\nUdo Langner<\/p>\n<p>https:\/\/www.facebook.com\/THAU-394651990682016\/timeline\/<br \/>\nwww.thau-music.com Homepage von THAU<br \/>\nwww.frank-tischer.de Homepage von Frank Tischer<br \/>\nwww.bernd-michael-land.com Homepage von Bernd-Michael Land<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>THAU \u2013 Elektra Im Zusammenhang mit elektronischer Musik wird oft die \u201eBerliner Schule\u201c und der \u201eD\u00fcsseldorfer Style\u201c erw\u00e4hnt, galten diese beiden St\u00e4dte neben M\u00fcnchen doch als Ursprung der elektronischen Musik schlecht hin. 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